Mein Motorola Milestone hat Android 2.1

Viele von Euch können es sicher nicht nachvollziehen, warum Leute wie ich keine Ruhe finden, bevor sie die aktuellste Softwareversion auf ihrem Smartphone haben. Aber so ist das nun mal bei uns Geeks … ;-)

Leider macht Google bei den Updates für Android keinen besonders guten Job, finde ich. So ist für mein Zweitgerät, ein HTC Magic, bis heute nicht klar, ob und wenn ja wann es überhaupt ein Update auf die neueste Version von Googles Smartphone-Betriebssystem bekommt. Dabei war das Gerät vor ca. einem halben Jahr noch ein “Hero”-Device, eines von wenigen überhaupt verfügbaren Android-Smartphones.

Und selbst wenn ein Update für ein Gerät kommt ist die Abstimmung noch (gefühlt) langatmig. Während sich die Hersteller bei den proprietären Betriebssystemen in Ruhe mit den Mobilfunk-Providern abstimmen können und erst dann ein Update veröffentlichen sind wir bei Android viel früher und besser über die Weiterentwicklung informiert. Dennoch muss natürlich eine solche Abstimmung mit den Providern erfolgen, da diese negative Auswirkungen auf ihr Netz und andere Kunden ausschließen müssen. Im Fall von Android sind dann sogar drei Parteien involviert: Google, der Hersteller und der Netzbetreiber.

So kommt es dann auch, dass aktuell (Stand 31.03.10) in Deutschland nur für die über den freien Fachhandel verkauften Motorola Milestones ein Update offiziell verfügbar ist. Die Geräte von Vodafone und O2 erhalten das Update mit Verzögerung nach Freigabe.

Im Falle des Motorola Milestone ist es aber glücklicherweise vergleichsweise einfach und sicher möglich, bereits heute ein Update auf Android 2.1 aufzuspielen – dennoch: alles auf eigene (Garantie-)Gefahr!. Weder die im folgenden genannten Quellen noch ich übernehmen eine Haftung für fehlgeschlagene Updates.

Hier geht’s zu den notwendigen Informationen:

Informationen zum manuellen Milestone-Update auf Android 2.1

Foursquare vs. Gowalla

Diejenigen, die mir auch bei Twitter folgen, werden mitbekommen haben, dass ich seit einiger Zeit die beiden LBS-Dienste Foursquare und Gowalla parallel nutze bzw. vielmehr teste. Denn eine dauerhafte Anwendung beider Services wäre mir zu kompliziert und aufwändig.

Foursquare nutze ich schon etwas länger, weil Gowalla erst recht spät eine App für Android veröffentlicht hat. Dennoch habe ich sie mir installiert um zu sehen, wie sie mir im Vergleich gefällt.

Ich bin natürlich nicht der erste, der einen solchen Vergleich zieht. Ich will hier auch nicht im Detail auf die beiden  Dienste eingehen. Vielmehr möchte ich kurz schildern, auf Basis welcher Kriterien ich mich für die Nutzung von Foursquare entschieden habe – für den Moment … ;-)

Zunächst einmal ist ja wichtig, warum man einen solchen Dienst nutzen möchte. Meines Erachtens gibt es (mind.) zwei unterschiedliche Motivationen:

Zum einen der Spieltrieb – bei Gowalla kann man Items (virtuell) tauschen und sammeln, bei Foursquare wird man zum „Mayor“ eines Ortes ernannt, wenn man am häufigsten dort eingecheckt hat, außerdem sammelt man Punkte für das Einchecken und das Anlegen von Orten. Dieser Aspekt ist mir aber ehrlich gesagt egal.

Zum anderen geht es auch um Kommunikation und Informationsaustausch, und dies ist für mich viel spannender. Hier punktet m.E. ganz klar Foursquare: Während bei Gowalla nur derjenige, der einen Ort angelegt hat, Informationen hinterlassen kann, darf bei Foursquare jeder, der eincheckt, Tipps abgeben. Insgesamt steht nach meinem Empfinden bei Gowalla eher der einzelne User und seine Sammelleidenschaft im Vordergrund, während bei Foursquare der Community-Gedanke vorherrscht.

Auch technisch und konzeptionell gibt es einige Unterschiede, die in meiner subjektiven Bewertung für Foursquare sprechen:

    • Bei Foursquare kann ich unabhängig vom GPS-Signal in jeden Ort einchecken. Wenn der Ort aufgrund des unzureichenden Signals nicht automatisch in der Liste der am nächsten gelegenen Orte auftaucht kann ich danach suchen. Bei Gowalla muss ich mich innerhalb eines gewissen Radius um den Ort befinden. Das wird dann in U-Bahnen, Messehallen, großen Bürogebäuden usw. schonmal problematisch. Wenn man den Spielgedanken in den Vordergrund stellt macht dies aber natürlich Sinn – nur eben nicht für mich. Mir ist es egal, wenn jemand innere Befriedigung daraus zieht, in Lori’s Diner in San Francisco einzuchecken obwohl er gerade in Wanne-Eickel in der Pommesbude steht.

 

    • Die (Weiter-)Entwicklung ist bei Foursquare besser. Dort hat man z.B. verstanden, dass Kategorien für Orte sinnvoll sind und dieses Konzept übernommen. Auch wird hier die Android App regelmäßig aktualisiert und hat mittlerweile große Fortschritte bei der usability gemacht. Dort kann ich z.B. auch unterwegs meine Freundesanfragen bearbeiten. Bei Gowalla muss ich mich hierfür über die Webseite anmelden. Mobile first! Außerdem „fühlt“ sich die Gowalla-App zumindest auf Android deutlich träger und nicht so „smooth“ an. Sie belegt auch satte 4,3 MB Speicher im Gegensatz zu den 0,9 MB der Foursquare-App.

 

    • Bei Foursquare kann man für die Orte genaue Adressen und Telefonnummern einpflegen. Das ermöglicht es z.B. Touristen, sich mit dem Auto dorthin navigieren zu lassen, im Restaurant vorab einen Tisch reservieren zu lassen usw. Natürlich kann man auch direkt aus der Android-App heraus diesen Anruf auslösen.

 

  • Die Optik ist Geschmackssache. Viele mögen den verspielten Stil von Gowalla, mit ist der nüchterne von Foursquare lieber.

Es gibt aber (noch) einen klaren Vorteil von Gowalla: Zumindest in meinem Umfeld nutzen es deutlich mehr Leute, weil es schon so lange für das iPhone verfügbar ist. Das ist der wesentliche Grund, warum ich es überhaupt so lange getestet habe – im Grunde wollte ich mich gerne überzeugen lassen. Nun werde ich aber zunächst einmal auf Foursquare setzen.

Am liebsten wäre mir jedoch ein Zusammenschluß der beiden Communities – oder wie es Martin Weigert bei netzwertig.com formuliert hat: Gemeinsam seid Ihr stark!

Standards please!

Was ich im Moment nicht nachvollziehen kann im Netz sind die unzähligen konkurrierenden Entwicklungen und Ansätze. Mein aktueller Aufreger sind Foursquare und Gowalla, aber das gleiche gilt auch für Twitter vs. Buzz und andere.

Vielleicht stehe ich da alleine, aber ich habe überhaupt keine Lust, mich auf irgendeinen Anbieter festzulegen in Sachen Kommunikation. Und meines Erachtens entwickelt sich das Netz auch ein wenig von seiner Grundidee des freien, standardisierten Informationsaustauschs weg.

Mir geht es dabei um ganz pragmatische Gründe: ich habe z.B. nie intensiv Instant Messenger genutzt, weil sich meine Kontakte über zig Plattformen verteilt hatten. Bei e-mail hatten die Leute auch zig verschiedene Anbieter, aber es war nie ein Problem, da Standards genutzt wurden die in RFCs vereinbart worden waren.

Ähnlich war es dann bei den Sozialen Netzwerken der ersten Generation – ich habe mir Stayfriends, WKW, VZ, Xing usw. angeschaut aber nie wirklich genutzt. Erst als immer mehr Leute zu Facebook kamen wurde das interessant.

Buzz habe ich mir geschenkt weil meine Kontakte schon twittern und dasselbe in google nicht brauchen. Zumindest nicht zusätzlich.

Foursquare nutze ich weil es früh eine App für Android gab – viele meiner Kontakte sind jedoch bei Gowalla.

Mich nervt das einfach nur. Warum einigt man sich nicht auf Standards und gewinnt die User über Features, Usability und von mir aus schöne Apps?

Demoscene – Kunst nach meinem Geschmack!

Ich hatte Euch ja letztens über meinen Werdegang als Geek berichtet und dabei auch das Thema “Demoszene” gestreift. Hierbei handelt es sich um eine Multimedia-Kunstform, die ihren Anfang in den 80ern auf dem Commodore 64 hatte. Damals wurden viele Spiele mit einem Kopierschutz versehen. Trotzdem gelang es natürlich immer wieder, diesen Kopierschutz zu knacken.  Und die Cracker rühmten und feierten sich dann in einem “Vorspann” vor dem eigentlichen Spiel.

Im Laufe der Zeit trat bei vielen begabten Programmierern, Grafikern und Musikern das Raubkopieren glücklicherweise in den Hintergrund und der ehemalige Vorspann wurde zum Hauptteil ihrer Arbeit. Sie holten mit der Zeit sehr beeindruckende Effekte aus den begrenzten Möglichkeiten der damaligen Hardware, die auch viele Spiele alt aussehen ließen.

Mich haben schon damals diese kleinen Kunstwerke mehr interessiert als die eigentliche Spielerei. Und so beobachtete ich die Entwicklung auch auf dem Amiga und später auf dem PC. Auf diesem kaufte ich mir sogar spezielle Sound-Hardware, die zwar zu den meisten Spielen inkompatibel, aber technisch hervorragend und für die Demoszene ideal war: Die gute alte Gravis Ultrasound.

Zusammen mit meinem Freund @celeph verbrachte ich viele Abende statt mit Spielen oder Videos mit dem Betrachten von Computerdemos. Ein Meilenstein war 1993 die Demo “Second Reality” der finnischen Gruppe “Future Crew”:

https://youtu.be/rFv7mHTf0nA

 

Bitte beachtet, dass diese Demo damals auf einem 486er mit 0,05 Gigahertz und 0,008 Gigabyte Hauptspeicher problemlos lief – mit Grafikkarten, die ebenso einen Bruchteil der Leistung heutiger Modelle hatten!

Natürlich haben sich die Demos mit der Hardware weiterentwickelt. Eines der Top-Demos der letzten Jahre ist “Lifeforce” von der Gruppe “Andromeda”:

Aber auch hier gilt nach wie vor: Ihr seht keinen vorberechneten Film – die Bilder entstehen live auf Eurem Rechner – das ist die Kunst! Die Software, die diesen über 8 Minuten langen Film erzeugt ist gerade einmal 26,4 Megabyte groß. Als abgespeichertes Video nimmt er ein Vielfaches an Platz ein.

Auf die Spitze getrieben wird das Können der Programmierer in besonderen Wettbewerben, bei denen die Demos nicht mehr als 4000 Byte haben dürfen. Das entspricht 4000 Buchstaben – eine kurze HTML-formatierte e-mail nimmt mehr Platz in Anspruch! Und dennoch gelingt es diesen Künstlern, damit Bilder wie diese in “Texas” von der Gruppe “keyboarders” zu zaubern:

Faszinierend, oder?

Geek-Nostalgie

Heute abend kam es in meiner Timeline bei Twitter zu einer netten Diskussion über “die guten alten Zeiten”. Auslöser war ein Tweet von @lo64n5.

Prompt erinnerten sich auch andere an ihre ersten Computer, und eine lustige und interessante Diskussion begann.

Ich habe dann eben, als ich mit dem Hund raus war, ebenfalls nochmal meinen Geek-Werdegang Revue passieren lassen …

Es begann wie bei vielen meiner Generation in den frühen 80ern mit einem Commodore 64. Über diese Zeit will ich aber gar nicht viel Worte verlieren, das Gerät habe ich ebenso wie die später folgenden Atari ST und Commodore Amiga im Wesentlichen zum Spielen eingesetzt. Heute nehmen Konsolen wie Wii und Playstation bei den Kids diese Rolle ein. Mein Interesse an Computerspielen war aber nach dieser Zeit nicht mehr besonders ausgeprägt.

Interessant wurde es dann wieder Anfang der 90er. Bei einem Praktikum kam ich mit dem Onlinedienst Compuserve in Berührung und war fasziniert – die Kommunikationsmöglichkeiten mit Foren und Chat haben mich begeistert. Das World Wide Web spielte zu dieser Zeit noch keine Rolle, und so unternahm ich meine ersten Schritte in der Onlinewelt bei diesem aus heutiger Sicht verdammt teuren Onlinedienst (bezahlt wurde in US-Dollar ;-). Erst als ich 1994 mit meinem Studium begann hatte ich erstmals einen “richtigen” Internetzugang. Damals war es noch eine richtige Fummelei, um Windows den Umgang mit dem Internet-Protokoll TCP/IP beizubringen, damit man den Browser Mosaic nutzen konnte – erinnert sich noch jemand von Euch an Trumpet Winsock? Im wesentlichen fand der Zugang zum Internet aber damals in der Uni auf Solaris-Workstations statt. An eine Einwahl von zuhause aus war noch lange nicht zu denken.

Dennoch ging ich damals auch schon zuhause meinem neuen Hobby “DFÜ” nach. Allerdings nicht im Internet, sondern in “Mailboxen”. Mit meinem ersten 14.4 kbps Modem von 1&1 wählte ich mich regelmäßig in eine Mailbox im FidoNet ein. Dieser “Server” war ein ganz normaler PC mit Modem, der an einer Telefonleitung hing. Unser “Browser” war damals das Programm CrossPoint. Meilensteine der Mailbox-Zeit waren die Umstellung auf ISDN (am Anfang eine Riesenfrickelei mit den ersten Produkten der Firma Teles) und die Schnittstelle der Mailbox zum Internet. Nicht nur e-mail und Usenet waren plötzlich möglich, sondern wir konnten sogar – bitte festhalten! – WWW-Seiten per e-mail abrufen!

Den ambitionierten Betreiber der Mailbox lernte ich persönlich kennen und schätzen. Wir hatten ein weiteres gemeinsames Hobby, die Demoscene. Dazu schreibe ich aber später einmal einen separaten Eintrag …

Ende der 90er wurde bei mir die Mailboxnutzung aber immer mehr vom World Wide Web verdrängt. Mittlerweile gab es bessere Browser und meine Uni bot Einwahlnummern per ISDN an. Schon damals konnte ich mir ein Leben ohne Internetzugang kaum noch vorstellen und so war ich ab 1999 auch von Anfang mit DSL am Start. Düsseldorf – dort habe ich zu dieser Zeit gewohnt – zählte glücklicherweise zu den ersten Städten mit DSL und so habe ich für viel Geld den Anschluss gleich bestellt. Ich erinnere mich noch genau wie 2 Telekom-Techniker mit einer Art Notebook anrückten und mehr als eine Stunde lang vor Ort arbeiteten, um das DSL-Modem zu installieren.

Wenn ich auf diese Zeit zurückblicke frage ich mich, welche Bezeichnung auf mich zutrifft? Ein Digital native bin ich nicht, weil es in meiner Kindheit die ganze Onlinewelt noch nicht gab. Digital Immigrant finde ich aber auch unpassend – denn schließlich habe ich mich nicht erst als Erwachsener in diese digitale Welt begeben, sondern ihre Entstehung intensiv miterlebt. Der Begriff “Digitaler Ureinwohner” beschreibt es vielleicht ganz gut.