Foursquare vs. Gowalla

Diejenigen, die mir auch bei Twitter folgen, werden mitbekommen haben, dass ich seit einiger Zeit die beiden LBS-Dienste Foursquare und Gowalla parallel nutze bzw. vielmehr teste. Denn eine dauerhafte Anwendung beider Services wäre mir zu kompliziert und aufwändig.

Foursquare nutze ich schon etwas länger, weil Gowalla erst recht spät eine App für Android veröffentlicht hat. Dennoch habe ich sie mir installiert um zu sehen, wie sie mir im Vergleich gefällt.

Ich bin natürlich nicht der erste, der einen solchen Vergleich zieht. Ich will hier auch nicht im Detail auf die beiden  Dienste eingehen. Vielmehr möchte ich kurz schildern, auf Basis welcher Kriterien ich mich für die Nutzung von Foursquare entschieden habe – für den Moment … ;-)

Zunächst einmal ist ja wichtig, warum man einen solchen Dienst nutzen möchte. Meines Erachtens gibt es (mind.) zwei unterschiedliche Motivationen:

Zum einen der Spieltrieb – bei Gowalla kann man Items (virtuell) tauschen und sammeln, bei Foursquare wird man zum „Mayor“ eines Ortes ernannt, wenn man am häufigsten dort eingecheckt hat, außerdem sammelt man Punkte für das Einchecken und das Anlegen von Orten. Dieser Aspekt ist mir aber ehrlich gesagt egal.

Zum anderen geht es auch um Kommunikation und Informationsaustausch, und dies ist für mich viel spannender. Hier punktet m.E. ganz klar Foursquare: Während bei Gowalla nur derjenige, der einen Ort angelegt hat, Informationen hinterlassen kann, darf bei Foursquare jeder, der eincheckt, Tipps abgeben. Insgesamt steht nach meinem Empfinden bei Gowalla eher der einzelne User und seine Sammelleidenschaft im Vordergrund, während bei Foursquare der Community-Gedanke vorherrscht.

Auch technisch und konzeptionell gibt es einige Unterschiede, die in meiner subjektiven Bewertung für Foursquare sprechen:

    • Bei Foursquare kann ich unabhängig vom GPS-Signal in jeden Ort einchecken. Wenn der Ort aufgrund des unzureichenden Signals nicht automatisch in der Liste der am nächsten gelegenen Orte auftaucht kann ich danach suchen. Bei Gowalla muss ich mich innerhalb eines gewissen Radius um den Ort befinden. Das wird dann in U-Bahnen, Messehallen, großen Bürogebäuden usw. schonmal problematisch. Wenn man den Spielgedanken in den Vordergrund stellt macht dies aber natürlich Sinn – nur eben nicht für mich. Mir ist es egal, wenn jemand innere Befriedigung daraus zieht, in Lori’s Diner in San Francisco einzuchecken obwohl er gerade in Wanne-Eickel in der Pommesbude steht.

 

    • Die (Weiter-)Entwicklung ist bei Foursquare besser. Dort hat man z.B. verstanden, dass Kategorien für Orte sinnvoll sind und dieses Konzept übernommen. Auch wird hier die Android App regelmäßig aktualisiert und hat mittlerweile große Fortschritte bei der usability gemacht. Dort kann ich z.B. auch unterwegs meine Freundesanfragen bearbeiten. Bei Gowalla muss ich mich hierfür über die Webseite anmelden. Mobile first! Außerdem „fühlt“ sich die Gowalla-App zumindest auf Android deutlich träger und nicht so „smooth“ an. Sie belegt auch satte 4,3 MB Speicher im Gegensatz zu den 0,9 MB der Foursquare-App.

 

    • Bei Foursquare kann man für die Orte genaue Adressen und Telefonnummern einpflegen. Das ermöglicht es z.B. Touristen, sich mit dem Auto dorthin navigieren zu lassen, im Restaurant vorab einen Tisch reservieren zu lassen usw. Natürlich kann man auch direkt aus der Android-App heraus diesen Anruf auslösen.

 

  • Die Optik ist Geschmackssache. Viele mögen den verspielten Stil von Gowalla, mit ist der nüchterne von Foursquare lieber.

Es gibt aber (noch) einen klaren Vorteil von Gowalla: Zumindest in meinem Umfeld nutzen es deutlich mehr Leute, weil es schon so lange für das iPhone verfügbar ist. Das ist der wesentliche Grund, warum ich es überhaupt so lange getestet habe – im Grunde wollte ich mich gerne überzeugen lassen. Nun werde ich aber zunächst einmal auf Foursquare setzen.

Am liebsten wäre mir jedoch ein Zusammenschluß der beiden Communities – oder wie es Martin Weigert bei netzwertig.com formuliert hat: Gemeinsam seid Ihr stark!

Michael Fehr

Ne echte Nüsser Jong (Baujahr 1972), den es nach einem mehrjährigen Gastspiel in Düsseldorf 2001 wieder zurück an den wunderschönen linken Niederrhein zog. Verheiratet, 2 Kids. Geek by nature.

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