Wikileaks hui, Amazon und Paypal pfui?

Ich bin jemand, dem Werte und Ideale sehr wichtig sind. Und der es sich manchmal nicht einfach macht, wenn er konsequent bleibt. Zumindest versuche ich, mir immer treu zu bleiben. Ich bemühe mich, auch meinen Kindern zu zeigen, dass nicht immer der einfachste Weg der richtige ist und der richtige nicht immer einfach. Dass man ihn aber trotzdem gehen sollte, wenn man sich im Spiegel ansehen können möchte.

Dieser Tage stehe ich auch vor solchen Abwägungen. Nachdem Wikileaks am 28. November 2010 ca. eine viertel Million (!) US-amerikanischer Berichte veröffentlicht hatte kam es nicht nur zu DDoS-Attacken auf deren Server. Im Nachgang wurden, wahrscheinlich auf politischen Druck hin, die Dienstleistungen seitens Amazon eingestellt und der Paypal-Account deaktiviert. Falls sich jetzt jemand wundert, was Amazon mit Wikileaks zu schaffen hat: Neben dem Versandhandelsgeschäft betreibt Amazon einen Geschäftszweig mit Internetdienstleistungen, den amazon web services. Und diesen hatte Wikileaks zum Verteilen der Dokumente genutzt.

John Perry Barlow,  Mitgründer der Internet-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation, veröffentlichte daraufhin folgenden vielzitierten Tweet:

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Weil ich mich damit grundsätzlich gerne solidarisiere und die Arbeit der Wikileaks-Leute schätze und für grundsätzlich sehr wertvoll für unsere Gesellschaft halte habe ich dann heute auch überlegt, wie ich persönlich in Sachen Amazon und Paypal reagieren soll. Schließe ich mich den Boykott-Aufrufen an?

Ich werde es nicht tun. Nicht, weil der Einkauf bei Amazon so bequem und mit hohem Service verbunden ist. Nicht, weil ich hin und wieder gerne Paypal nutze, wenn es schnell gehen soll mit einer Bestellung. Sondern ganz einfach weil ich die Entscheidung der Unternehmen nachvollziehen kann.

Bei aller Sympathie für Wikileaks und trotz meiner Affinität zur Hackerethik – wir haben es hier mit zum einen mit Wirtschaftsunternehmen zu tun, deren Management in erster Linie nun einmal seinen Eigentümern und Mitarbeitern verpflichtet ist und Schaden vom Unternehmen abwenden muss. Und zum anderen ist bei den veröffentlichten Dokumenten m.E. unstrittig, dass Wikileaks nicht über die Rechte zur Veröffentlichung verfügt.

Um es noch einmal ganz klar zu sagen: Ich begrüße die Veröffentlichung solcher Informationen grundsätzlich – nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass man von Unternehmen wie Amazon oder Paypal nicht erwarten kann, dass sie bei Kenntnisnahme der Inhalte und rechtlichen Brisanz der Dokumente Wikileaks offiziell weiterhin die Geschäftsbeziehung zu Wikileaks aufrecht erhalten. Die Arbeit von Wikileaks findet nunmal, gelinde ausgedrückt, in einer rechtlichen Grauzone statt. Und das ist auch gut so –  man kann Systeme nur schwerlich kontrollieren, wenn man sie nicht verlässt.

Falls Ihr Euch selbst eine Meinung zu den Dokumenten bilden möchtet und Wikileaks nicht erreichen könnt, weil eine Domain nicht erreichbar ist, findet Ihr hier eine Liste von Mirror-Servern.

„Information wants to be free“

Pulse News Reader

Ich bin heute durch einen Beitrag bei mashable.com, auf die kostenlose App “Pulse”, einen  Newsreader für iPad, iPhone und Android, aufmerksam geworden. Das Teil ist bisher an mir vorbei gegangen, obwohl auch Caschy bereits darüber geschrieben hat. Ich habe es dann heute abend einmal auf dem iPad installiert.
Positiv: Man kann nach dem Login in seinen Google Account die Feeds aus dem Google Reader importieren. Darüber hinaus bietet Pulse ein Verzeichnis an Newsquellen. Dass ich dort jedoch nicht einmal lifehacker.com finden konnte hat mich ein wenig überrascht… Die App sieht grundsätzlich wirklich sehr schick aus:

Auch die Leseansicht eines einzelnen Beitrags gefällt mir:

Mir erscheint Pulse aber nicht geeignet, wenn man wie ich eine ganze Menge Feeds abonniert hat. Zum einen dauert die Aktualisierung aufgrund der Bildvorschau recht lange und verbraucht mobil sicher einiges an Datenvolumen auch für Artikel, die man gar nicht lesen möchte. Zum anderen lese ich ich meistens auf dem iPhone bzw. demnächst wieder auf dem Android, da passt nicht besonders viel auf einmal auf den Bildschirm. Daher werde ich wohl weiterhin die mobile Version des Google Readers bzw. demnächst auf Android wieder NewsRob verwenden. Dass mashable die App unter dem Titel “3 Magnificent Mobile Apps That Ruled 2010” aufführt kann ich ehrlich gesagt nicht wirklich nachvollziehen. Wie lest Ihr Eure Feeds, vor allem mobil?

Nichts ist so beständig wie der Wandel

Bildquelle: Annamartha / pixelio.de
Bei technischen Sachen und Gadgets bin ich ja ein recht sprunghafter Typ, das dürftet Ihr auch schon mitbekommen haben … Smartphones (und auch früher schon klassische Handies) werden mir schnell zu langweilig und ich hole mir meist bald was neues. Ähnlich verhielt es sich lange bei Betriebssystemen – ich möchte nicht wissen, wie oft ich von Windows zu Linux (und dort von KDE zu Gnome und wieder zurück) gewechselt bin. Bis ich dann seit Windows XP irgendwann ruhiger geworden bin, weil mir einfach die Zeit fehlte, ständig alles neu zu organisieren. PC-Hardware war auch immer so ein Thema. Der Desktop, auf dem ich dies schreibe, ist der erste PC von der Stange. Davor war alles selbstgebaut und unterlag einer permanenten Evolution, von der am Ende nur das Gehäuse noch etwas mit dem Ausgangszustand zu tun hatte. Ebenso habe ich in den letzten Jahren den ersten 7” Eee-PC, dann einen 9” Eee-PC und schließlich ein 10”-Netbook von LG mit UMTS ausprobiert – um letztlich festzustellen, dass Netbooks auf Dauer nichts für mich sind. Und auf jedem Netbook liefen neben Windows natürlich auch diverse Linux-Derivate. Den aktuellen Trend zu Tablets begleite ich mit dem iPad meiner Frau eher passiv, für mich werden dann irgendwann vernünftige Android-Tablets mit Gingerbread oder Honeymoon interessant. Auch in der Nutzung von Online-Diensten habe ich mich immer regelmäßig verändert. Die E-Mail-Provider wechselten von web.de und GMX zur eigenen Domain und mit dieser von 1&1 IMAP zu Google Apps. Bei Twitter kann ich nicht wirklich nachvollziehen, wie lange ich dabei bin – zu oft habe ich den Account gewechselt. Und als ich mit der Bloggerei angefangen habe bin auch erst bei wordpress.com gelandet, dann habe ich mir blogger.com angeschaut und hier beim selbstgehosteten Blog gelandet, um dessen Möglichkeiten kennenzulernen. Warum das so ist? Weil ich einfach Spaß an Technik habe und neue Entwicklungen gerne gleich ausprobiere. Geek und early adopter, wann immer es das Budget erlaubt. Es gibt Leute, die lesen gerne Bücher. Andere basteln gerne an ihrer Modelleisenbahn. Meine Oma war verrückt nach Kreuzworträtseln. Und ich muss halt möglichst alles ausprobieren, was die technische Entwicklung im IT-Bereich hergibt. Deswegen war es auch selbstverständlich, dass ich mein iPhone irgendwann jailbreake – nur um zu sehen wie es geht. Brauche ich absolut nicht – und just danach wurde das Gerät für mich auch recht uninteressant, wenn ich es mir genau überlege. Ich könnte noch ewig Beispiele aufzählen – aber eigentlich wollte ich mit diesem Post etwas anderes mitteilen: Auch das Betreiben eines selbstgehosteten WordPress-Blogs hat, nachdem ich mich mit Plugins usw. einigermaßen ausgetobt habe, seinen Reiz ein wenig verloren. Und während ich nun weiß, dass mir die Bloggerei dauerhaft Spaß macht und ich mit Sicherheit noch einige Zeit schreiben will, empfinde ich die Administration des Blogs eher als lästig. Klar, man muss ja nicht ständig alles updaten oder ändern – aber dann brauche ich auch diese leistungsfähige Plattform nicht. Daher denke ich, dass ich in der nächsten Zeit mit dem Blog zu Posterous umziehen werde. Samt Domain und Feed, ich glaube das sollte kein großes Problem sein und für Euch sollte sich damit nicht viel ändern. Dies nur als kleine Vorwarnung, wenn es hier bald etwas anders aussieht … ;-)

Flickr ist mein neues TwitPic

Ich habe mir ja immer wieder mal Gedanken gemacht, wohin ich denn meine Schnappschüsse von unterwegs hochladen soll. TwitPic und Yfrog sind sind die einfachste Lösung, weil sie so ziemlich in jeden Client integriert sind. Was mich dabei aber immer ein wenig gestört hat: So einfach und nützlich dieses Dienste sind – wenn man das Foto auch dauerhaft behalten oder in andere Dienste und Plattformen integrieren will sind TwitPic und Co. meines Erachtens nicht ideal. Nun habe ich eine für mich praktische Lösung gefunden: Flickr. Dieser bekannte Dienst bietet wohl so ziemlich alles, was man sich für Online-Fotos (und -Videos) wünscht. Und aufgrund der großen Nutzerbasis ist er auch in Plattformen wie Apple TV integriert. Flickr bietet die Möglichkeit, hochgeladene Bilder automatisch in diverse Blogs einzubinden, darunter auch Twitter:

Okay, dann wäre das schon mal abgedeckt. Bleibt in meinem Fall aber noch Facebook als Ziel – wie bekomme ich die Bilder dorthin? Auch das ist seit einiger Zeit kein Problem mehr dank der Yahoo! Updates API:

Klasse: Die Bilder, die man auf Flickr hoch lädt, werden nur dann verteilt, wenn man sie als “öffentlich” kennzeichnet – so kann man getrost private Bilder und öffentliche Posts unter einem Dach verwalten. Wenn ich jetzt von unterwegs Bilder oder Videos teilen, aber eben auch dauerhaft behalten möchte, erledige ich das über die Flickr-App:

Für typische “fire and forget”-Schnappschüsse nutze ich aber der Einfachheit halber auch weiterhin TwitPic, direkt aus der Twitter-App heraus.