Twitter + TV = Spass satt!

Als wir vor einigen Jahren beim Einzug in unser Haus digitales Satelliten-TV bekamen, begann für mich eine neue Qualität des Fernsehens. Damit meine ich nicht die mittlerweile um HDTV erweiterte, schon damals hohe Bildqualität. Vielmehr war es das dank eines Festplattenrekorders mögliche zeitversetze Fernsehen (Timeshift).

Dazu muss man wissen, dass unsere Kinder gegen 20 h ins Bett gehen. Damals vielleicht auch noch früher, dafür wurden sie aber auch immer wieder mal wach. Wir sind keine besonderen TV-Junkies, aber der sonntägliche Tatort beispielsweise wurde in der Zeit vor Timeshift oftmals unterbrochen. Natürlich konnte man ihn auch schon damals auf VHS aufzeichnen – dann konnte man die Aufzeichnung aber erst nach der Ausstrahlung anschauen. Das wiederum war zu spät, und irgendwie macht mir ein Tatort am nächsten Tag oder noch später nicht mehr so viel Spaß.

Seit einigen Monaten erlebe ich nun wieder eine Weiterentwicklung der TV-Unterhaltung. Kein HDTV, das will ich mir (noch) nicht leisten. Die aktuelle Bildqualität reicht mir eigentlich aus, und solange der Tatort noch nicht standardmäßig in HD ausgestrahlt wird und mein Röhrenfernseher seinen Dienst tut werde ich nicht aufrüsten. Nein, es ist eine weitere Technologie, die ich gerne nutze und die das Fernsehprogramm bei vielen Sendungen ideal ergänzt: Twitter.

Bei immer mehr Sendungen beginnen die Leute, denen ich bei Twitter folge, das aktuelle Geschehen zu kommentieren. Insbesondere bei den Formaten “Schlag den Raab”, “Wetten dass ..?” sowie den diversen Casting-Shows geht es heiß her. Es macht einfach tierischen Spaß, sich nebenbei über die Sendung zu unterhalten. Spannende Sendungen werden so noch unterhaltsamer, schlechte teilweise erst erträglich.

Es gibt sogar bestimmte Sendungen wie “Bauer sucht Frau”, die ich mir ohne Twitter nie angesehen habe (es fällt mir auch mit Twitter schwer, ehrlich gesagt). Natürlich funktioniert das aber nicht bei allen Formaten.

Blöd ist nur, dass die eingangs beschriebene Timeshift-Technologie dabei natürlich nicht mehr einzusetzen ist. Ehrlich gesagt gibt es Sendungen, bei denen ich jetzt bewusst wieder versuche, live dabei zu sein. Dafür nehme ich dann sogar in Kauf, dass ich die nervigen Werbeblöcke nicht mehr überspringen kann. Das war bisher einer der Gründe, warum ich Sendungen bewusst erst ca. 15 Minuten später gestartet habe.

Ich kann mir daher gut vorstellen, dass die TV-Sender dieses Phänomen bereits intensiv verfolgen. Mal sehen, inwiefern Twitter und damit aktuelle Live-Kommentare der Zuschauer demnächst aktiv in die Sendungen eingebunden werden – oder gar zu neuartigen Formaten führen.

Michael Fehr

Ne echte Nüsser Jong (Baujahr 1972), den es nach einem mehrjährigen Gastspiel in Düsseldorf 2001 wieder zurück an den wunderschönen linken Niederrhein zog. Verheiratet, 2 Kids. Geek by nature.

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