Meine 2 Cent zum iPhone 5

Eigentlich wollte ich nichts zum neuen iPhone 5 schreiben. Zu sehr gehen mir die emotionalen Diskussionen zwischen „Apple war, ist und bleibt immer das Beste“ und „Haha, das kann Android schon seit Ewigkeiten“ auf den Keks.

Nun schreibe ich aber doch etwas, weil mich seit gestern abend schon einige Freunde, Kollegen und Online-Buddies nach meiner Meinung zum neuen iPhone und vor allem einem Umstieg von älteren Modellen gefragt haben. Das schmeichelt mir natürlich, so dass ich mich aufgerufen fühle, meine Meinung hier doch kundzutun…. ;)

Zunächst einmal zum neuen iPhone 5: ich bin enttäuscht. Und glaubt mir, das ist nicht der übliche Reflex eines Android-Fanboys: zum einen nutze ich alle relevanten Smartphone-Betriebssysteme und aktuell hauptsächlich iOS, zum anderen ist mir der wesentliche Grund meiner Enttäuschung zumindest als Vermutung nicht erst seit gestern bekannt.

Ich rede von der mangelhaften bis nicht vorhandenen Unterstützung der LTE-Frequenzen in Deutschland. Ich kann es mir in Anbetracht der LTE-Modelle anderer Anbieter nur mit einer Mischung aus Profitgier und Arroganz erklären, dass Apple keine speziellen Modelle für den europäischen Markt fertigt, die die hiesigen Frequenzen unterstützen. LTE ist meines Erachtens vor allem im Bereich der „digitalen Dividende“ bei 800 MHz interessant, weil diese den wirtschaftlichen Ausbau von Breitband in ländlichen Regionen ermöglicht. Das iPhone unterstützt aber von den in Deutschland verwendeten Frequenzen nur jene um 1800 MHz, über die nur die Telekom und auch diese nur in Großstädten verfügt. Ich möchte hier nicht weiter ins Detail gehen sondern verweise gerne auf einen guten Artikel zu LTE beim iPhone 5 bei Stereopoly. Zusätzlich muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, dass das neue iPhone 5 trotz spärlicher Neuerungen 50€ teurer wird…

Nun aber zu meiner persönlichen Empfehlung zum Umstieg, nach der ich mehrfach gefragt wurde:

Ich rate den Besitzern eines iPhone 4s (dazu gehöre ich selbst), nicht auf das neue iPhone 5 umzusteigen. Zu gering sind meines Erachtens die Vorteile, und auch das für das nächste Jahr relevante iOS 6 wird mit allen Features (Ausnahme ist natürlich der zusätzliche Platz auf den Bildschirm) unterstützt.

Wenn jemand aktuell ein iPhone 4 oder älter benutzt macht der Umstieg schon deutlich mehr Sinn, da man ansonsten auf mobiles Facetime, die neue Turn-by-Turn-Navigation und natürlich weiterhin Siri, welches mehr Funktionen bekommt, verzichten muss – wie man in der Übersicht bei t3n gut erkennen kann.

Ich bin sehr gespannt, wie sich die Marktanteile in den nächsten Monaten entwickeln. Meines Erachtens hat das neue iPhone 5 keinen signifikanten Innovationsvorsprung mehr, der für 12 Monate reicht.

Aber wir werden sehen …

Michael Fehr

Ne echte Nüsser Jong (Baujahr 1972), den es nach einem mehrjährigen Gastspiel in Düsseldorf 2001 wieder zurück an den wunderschönen linken Niederrhein zog. Verheiratet, 2 Kids. Geek by nature.

4 Responses

  1. ika sagt:

    Ich kann mich Deiner Einschätzung nur anschließen – sowohl die Upgrade-Empfehlung betreffend, als auch den Innovationsvorsprung.
    Die Neuerungen beschränken sich ja wirklich fast ausschließlich auf Optik und Innereien. Früher war nicht alles besser, aber ein neues iPhone schaffte einen Feature-Aha-Effekt. Bis auf die Bildschirmverlängerung könnte das jetzt vorgestellte 5er auch einfach eine S-Variante sein. A pro pos: Ich schau in nem Jahr nochmal was das 5s so bringt. ;)

  2. Hevzi sagt:

    Ich finde es seltsam, dass Apple für so wenig Neues eine neue Modellnummer wählen wollte. Das Retina Display beim 4s hätte es eher gerechtfertigt.

  3. Timo sagt:

    Sehr schöner Bericht von dir und ich kann dir da nur voll und ganz zustimmen. Man hat sich doch einiges mehr von Apple und dem iPhone 5 erhofft.

  1. 17. November 2012

    […] Daher begleitet mich ab sofort ein neues Smartphone – und es nicht das iPhone 5, welches ich für einen iPhone 4s – Besitzer nicht ausreichend attraktiv finde, wie ich hier bereits geschrieben habe. […]

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