Sternsingen

Man kann nicht sagen, dass ich mit der Kirche als Institution besonders viel am Hut habe. Ich bin zwar gläubig, aber ich sehe vieles, das im Namen der Kirche (insbesondere der katholischen, der ich angehöre) geschah und geschieht, kritisch.
Es gibt aber auch vieles, das durch oder mit der Kirche passiert, das ich gut finde. Das ich nicht missen möchte. Kirche ist meines Erachtens immer dann gut, wenn sie direkt und unmittelbar den Menschen dient. Mit Werten, die kein Selbstzweck sind oder der Manifestation eines Machtanspruchs dienen. Von Menschen für Menschen halt. Als Gemeinschaft, nicht als Organisation.
Heute hat mein größerer Sohn zum ersten Mal beim Sternsingen mitgemacht.
Es war schön und ein Erfolg in vielerlei Hinsicht:

  • Für seine Freunde und ihn, weil es ihnen Spaß gemacht hat und sie mit vielen Süßigkeiten eingedeckt wurden.
  • Für viele Leute, bei denen sie geklingelt haben und die sich teilweise richtig gefreut haben. Manchen hatten sogar in Abwesenheit das Geld (und Süßigkeiten) vor der Tür deponiert.
  • Für den guten Zweck, weil wirklich einiges gespendet wurde, wie wir am Abend erfahren haben.
  • Und nicht zuletzt für mich, weil ich zum einen stolz bin auf meinen Sohn und zum anderen sehe, dass hier bei uns in Kleinenbroich noch ein wenig heile Welt herrscht..

Übrigens stehen die Buchstaben in der Schrift, die an die Häuser angebracht wird, offiziell nicht (mehr)  für die Namen der heiligen drei Könige CasparMelchior und Balthasar, sondern für „Christus mansionem benedicat“ (= „Christus segne dieses Haus“). Aber ich finde, das ist auch völlig unerheblich. Wichtig ist meines Erachtens, dass hier nach dem Geschenke-Wahnsinn zu Weihnachten und ausschweifenden Silvester-Parties zu Beginn des Jahres auch einmal an jene gedacht wird, denen es nicht ganz so gut geht wie uns.

Michael Fehr

Ne echte Nüsser Jong (Baujahr 1972), den es nach einem mehrjährigen Gastspiel in Düsseldorf 2001 wieder zurück an den wunderschönen linken Niederrhein zog. Verheiratet, 2 Kids. Geek by nature.

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