Medikamente auf Rezept teurer als ohne?

Als ich kürzlich eine Wurzelspitzenresektion über mich ergehen lassen musste bekam ich im Anschluss an die Behandlung vom Kieferchirurgen ein Rezept für ein “nichtsteroidales Antiphlogistikum”.
Sprich: ein Schmerzmittel, das gleichzeitig die Schmerz- und Entzündungsreaktion und Schwellungen lindert.
Sprich: Ibuprofen. Da ich an Migräne leide und recht häufig Kopfschmerzen habe kaufe ich “Ibuprofen 400”-Filmtabletten auch oft ohne Rezept. Je nach Apotheke und Angebot zahle ich für die 20er Packung dann zwischen 4 und 5 Euro. Umso erstaunter war ich, als ich das Rezept einlöste: Auch hier handelte es sich um den gleichen Wirkstoff und 20 Filmtabletten, die Produktbezeichnung lautete “Ibuprofen AL 400”, der Hersteller ist die ALIUD PHARMA GmbH. Ohne den Zusatz “akut”, allerdings mit dem gleichen Wirkstoff in der gleichen Dosierung: Ibuprofen 400mg / Filmtablette. Nur lag der Abgabepreis diesmal bei 10,91 € und ich als Kassenpatient musste 5,00 € Zuzahlung leisten. Zumindest für mich persönlich war das Medikament also bei gleichem Wirkstoff teurer als ohne Rezept! Und ich frage mich nun:

  • zahlt meine Krankenkasse darüber hinaus auch noch etwas? Dann wundert mich die  Kostenexplosion des Gesundheitssystems wieder etwas weniger …
  • wie kann der gleiche Wirkstoff zum einen als OTC-Arzneimittel frei verkäuflich und in einem anderen Produkt verschreibungspflichtig sein?

Kann jemand von Euch das beantworten?

Michael Fehr

Ne echte Nüsser Jong (Baujahr 1972), den es nach einem mehrjährigen Gastspiel in Düsseldorf 2001 wieder zurück an den wunderschönen linken Niederrhein zog. Verheiratet, 2 Kids. Geek by nature.

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