Warum ich immer noch auf DIE WhatsApp-Alternative warte …

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Eigentlich wollte ich mich zum Thema WhatsApp aktuell nicht äußern, weil im Zuge der Übernahme durch Facebook gefühlt alles Notwendige geschrieben wurde – und einiges Überflüssige leider ebenfalls.

Nachdem aber gestern der von mir geschätzte Coca auf seinem Blog einen gut recherchierten und zu Recht viel beachteten Beitrag über den Verschlüsselungshype bei Messengern geschrieben hat, möchte ich nun doch auch noch meine $0.02 zum Thema abgeben.

So viel vorab: ich stimme Cocas Aussagen weitgehend zu. Und selbst wenn Threema Open Source wäre und Telegram bessere Verschlüsselungskomponenten eingebaut hätte – so what? Wir haben im Rahmen der Veröffentlichungen über NSA und Co erfahren, dass selbst von Verschwörungstheoretikern für unwahrscheinlich gehaltene Szenarien Realität sind. Wieso sollte ich glauben, dass meine Kommunikation auf einem Smartphone von der Stange, das ständig mit dem Internet verbunden ist, überhaupt sicher sein kann? Egal, was ab dem App-Layer passiert?

Die (fehlende) Datensicherheit ist es also nicht, was mich an WhatsApp stört.

Was mich an WhatsApp stört habe ich hier schon vor ca. 1,5 Jahren geschrieben: es ist die Bindung nicht nur an eine Mobilfunknummer, sondern zu allem Überfluss auch noch an ein Gerät. Wenn ich es auf einem zweiten Smartphone installiere, muss ich dort aktiveren und auf dem bisherigen deaktivieren!

Die Menschen nutzen heute aber viele verschiedene Devices, teils parallel. Ich möchte einen Messenger, dessen Nachrichten mich sowohl auf dem Smartphone als auch auf dem Tablet, dem PC und welchem-Gadget-auch-immer erreichen (können).

Schauen wir uns doch mal an, wie es da bei den genannten Alternativen aussieht…

Threema gibt es bisher nur für iOS und Android. Mangels API und offenem Quelltext weiß auch nur der Hersteller, wann und ob Nutzer anderer Plattformen jemals zum Zuge kommen:

Wann wird eine Version für Windows Phone/Blackberry/Symbian/… verfügbar sein?

Derzeit bestehen keine spezifischen Pläne, andere Mobile-Plattformen als iOS und Android zu unterstützen.

Für mich fällt der Messenger als Alternative vor allem mangels Windows Phone App aus, weil ich mein Lumia 1020 immer wieder gerne nutze wegen der unschlagbaren Kamera, des tollen Navis usw.

Abgesehen davon nervt es selbst mich als Geek, dass ich bei einer Neuinstallation (was bei mir dank häufiger Smartphone-Wechsel oft der Fall ist) erst mehr oder mühevoll mein Profil sichern und importieren muss – ansonsten muss man wieder ein neues Profil anlegen und mit den Kontakten verknüpfen.

Telegram macht hier aus meiner Sicht einiges besser:

Q: Which devices are supported?

Telegram is currently available for iPhones (iOS 6 and above) and Androids (2.2 and up). We support tablets and smartphones alike, as well as iPods (we don’t have a dedicated iPad app yet, but Telegram works well on iPads too). There are also unofficial clients, including a web version and desktop apps.

We also have an open API for developers, should you want to build your own applications for other platforms. In the meantime, get your best friends to switch back to iPhones and Androids and use desktop computers.

Dank API gibt es sogar eine brauchbare, von Dritten entwickelte App für Windows Phone 8. Aus diesem Grund ist Telegram – ungeachtet der von Coca beschriebenen Schwächen – derzeit mein Favorit.

Vor einiger Zeit kam für mich in Bezug auf die Suche nach „meinem“ Messenger, auf den ich zumindest die Kommunikation mit meiner Familie und damit den Großteil Kurznachrichten umstellen würde, ein alter Bekannter ins Spiel: Skype.

Skype ist für viele Plattformen verfügbar, bietet sogar Voice- und Video-Kommunikation – konnte aber bisher auf mobilen Plattformen mangels Push-Nachrichten und Synchronisation nicht überzeugen. Genau daran hat man aber gearbeitet – ich werde Skype weiterhin im Auge behalten und sehe hier einen aussichtsreichen Kandidaten für meinen Haupt-Messenger.

Wenn Microsoft es damit geschickt anstellt könnten sie – „dank“ der strategischen Weigerung Googles, Windows Phone zu unterstützen – meine Familie und mich vielleicht sogar insgesamt aus dem Google-Okösystem ein gutes Stück in die Windows-Welt holen. Denn auch die iOS-Devices meiner Frau und Kinder profitieren kaum mehr von der Google-Welt.

Michael Fehr

Ne echte Nüsser Jong (Baujahr 1972), den es nach einem mehrjährigen Gastspiel in Düsseldorf wieder zurück an den wunderschönen linken Niederrhein zog. Verheiratet, 2 Kids. Geek by nature. Sie finden mich auch bei Facebook, Twitter und Instagram.

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